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Die Termine der Bankbautage stehen fest!

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c/o5 startet im Mai ein neues Sozialraumprojekt zur Stadtmöblierung in Aachen Nord: Bau dir deine Bank. Die Flyer hierfür sind im Druck und werden in den nächsten Wochen an vielen Orten in Aachen Nord zu finden sein.

Was ist “Bau dir deine Bank”?
Das ist ein Stadtmöblierungs-Projekt mit und für Aachen-Nord und deren Bewohner.
An 4 Aktionstagen wird mit fachlicher Hilfe und Anleitung gesägt, geschmirgelt, gebohrt und geschraubt, dabei entstehen ca. 50 Bänke aus Baubohlen. Mach mit!

Wer darf mitmachen?
Bewohner von Aachen Nord, Hausgemeinschaften, Verliebte, Linkshänder, Tippgemeinschaften, Hundebesitzer, Jugendliche und Erwachsene mit handwerklichem Geschick und alle, die Lust haben, gemeinsam etwas zu bauen.

Gibt es Spielregeln?
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Bänke werden von ihren Erbauern mit dem Aachen-Nord-Logo versehen und in der Nähe ihrer Wohnung an einem schönen Ort aufgestellt, so dass sie von allen gesehen und benutzt werden können. Nach 2 Monaten im öffentlichen Raum werden sie zur privaten Nutzung freigegeben, z.B. für die Grillecke im Hinterhof. Bedingung ist die Eintragung in eine Teilnehmerliste und ein Bankbauvertrag.

Wann findet das Projekt statt?
Bei strömendem Regen findet das Projekt an dem Tag nicht statt! Ersatztermine oder Änderungen werden auf unserem Blog bekannt gegeben.
Freitag 3.5.  15 bis 19Uhr
Samstag 4.5.  13 bis 17Uhr
Freitag 31.5.  15 bis 19Uhr
Samstag 1.6.  13 bis 17Uhr

Wo findet das Projekt statt?
Am alten Schlachthof in der Feldstraße 5 in 52070 Aachen.

Wo kann ich mich anmelden?
Spontanes Mitmachen ist erwünscht, wir können aber nur angemeldeten Personen eine Garantie auf eine Bank geben. Anmeldungen bitte mit Angabe von Namen, Kontakt, Personenzahl, Wohnort und Baudatum an
E-Mail: info@co5.eu
Telefon: Michael Toepffer 0179-4503501

Partizipation in der Stadtentwicklung

c/o5 plant neues Projekt zur Stadtmöblierung in Aachen Nord

Heutige Generationen haben eine vorher nie da gewesene Fülle an Möglichkeiten. Beruf, Familienstand, Wohnort – alle wichtigen Parameter sind in hohem Maße frei wählbar. Diese Freiheiten verlangen aber auch Disziplin. Denn wer sich heute nicht bewusst für sein eigenes Leben entscheidet, fällt redensartlich zwischen Stuhl und Bank. Am Ende wird für ihn entschieden.

Wir entscheiden uns gegen den Stuhl und für die Bank. Denn eine Bank ist ein Sitzmöbel, das mehreren Personen Platz bietet. Auf einer Bank kann man gemeinsame Pläne schmieden, beobachten, sich verlieben. Denn was fehlt in Aachen Nord sind Orte an denen Öffentlichkeit positiv erlebbar ist. Öffentliches Leben heißt teilnehmen, sich verhalten, organsieren. Wir wollen mit den Bewohnern des Aachener Nordens gemeinsam Bänke bauen und dadurch Perspektiven aufzeigen, die so realistisch sind, dass sie gepackt werden.

Partizipation im Marketing

Natürlich können wir erneut den Konsumenten fragen, unter welchen Bedingungen würden Sie sich für Produkt xy entscheiden? Man kann aber auch Menschen direkt am Ideenprozess beteiligen.
℅5 verfolgt diesen Weg und hat im Auftrag einer Fischzucht das erste Aachener Anfühltraining durchgeführt.
20 Gäste aus verschiedenen beruflichen und privaten Hintergründen wurden zu einem 3-Gänge-Menü geladen. Jeder Gang verfolgte in der Form der Zubereitung und Inszenierung eine Marketingstrategie zum Thema Forelle.

Zwischen den Gängen wurden den Gäste Aufgaben gestellt, die sie allein oder in Zweierteams lösten: -Die Seilgrafik, eines unserer Werkzeuge zur kreativen Auseinandersetzung mit den Zukunftsthemen, schafft eine sichtbare Grundlage zur Erfassung eines Meinungsbildes und führt direkt in die Kommunikation über Aussage und Wirkung unter den Teilnehmern.
Für unser Forellenthema erhielt jeder Gast zwei farbige Garnrollen, mit denen er auf einer Holztafel  innerhalb vorgegebener Kriterien seine individuelle Strategie als Verkäufer entwickelte – in blau, und in der Rolle des Käufer die erste Kurve mit rot überschrieb. Dadurch gelang eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Eine abschließende Bewertung des Abends und der von ℅5 inszenierten Trendthemen fand in Zweierteams auf Stimmbrettern statt. Die Auswertung des Abends gibt Aufschluss geben über die zukünftige Marketingstrategie des Unternehmens.

℅5 schafft so einen Raum, in dem mögliche Strategien greifbar und sichtbar kommuniziert und dokumentiert werden und Teilnehmern eine aktive Position im Prozess ermöglicht.

Es war ein Abend für die Sinne und ganz im Sinne unseres Kunden, denn trotz Marketing und Aufgaben kamen Freude und Genuss nicht zu kurz!

Das Anfühltraining 3

Gegrillte Forelle

Eine Studie besagt, dass die Deutschen am liebsten Fisch in stäbchenform essen, jedes Jahr 30.000 Tonnen. Kinder wachsen mit quadratischen Fischen auf ihren Tellern auf. Damit werden sie schon früh von natürlichen Lebensmitteln entfremdet. Doch unseren Jungs wird es langweilig am Tisch. „Ich will ganzen Fisch, am besten gegrillt!“, sagt Jan.

Endlich ist er nicht mehr dem Köcheln seiner Mutter ausgesetzt, sondern kann selber kochen und entscheiden, was auf den Teller kommt.

In seiner Küche wird gehackt, gewetzt und mit ganzem Körpereinsatz gewendet, ganze Tiere mit Knochen, ganze Fische mit Gräten, ohne viel Gedöns wird aufgetischt. Hauptsache gut gewürzt, ganzer Pfeffer – frisch gemahlen. Ein Mann ein Herd. Nicht irgendeiner, ein Gasherd. Die megascharfen Messer, sein Heiligtum. Schnell muss es gehen, die Spaghettipackung wird auf den Tisch geknallt, sie platzt auf, zack ins heiße Wasser rein. Die Tomaten werden mit dem Messer in sekundenschnelle, haarscharf an den Fingerkuppen vorbei, zerkleinert. No risk, no fun! Nach getaner Arbeit ist gut ruhn – die Küche gleicht einem Abenteuerspielplatz. Aber das ist ja kein Problem, denn morgen wird die Beute in der Natur gegrillt. Selbst geangelte Forelle. Beim Grillen kann Jan seine Urinstikte so richtig gut ausleben. Als Kontrast zu Feuer und Flamme das kalte Getränk – zzzzzzsch.

Das Anfühltraining 2

Ein Besuch beim Sternekoch

Erwartet wird von den kleinen Geschmacksknospen meiner Zunge so einiges: „…….Geschmacksexplosion…..fein abgestimmte und neuartige Kompositionen…….schmackhafte Gebilde aus einer Vielzahl von besten Zutaten…….spannende Konsistenzen und feinste Kräuter…….edelstes Tröpfchen Wein….“

„Darf es noch etwas mehr sein?“ fragt mein Bauch, als die kunstvoll und aufwendig drapierten Leckerbissen auf weißem Porzellan serviert werden. Mit dem passenden, polierten Besteck schiebe ich ein kleines Häppchen in den Mund, der obligatorische Griff zur gestärkten Stoff-Serviette, „hoffentlich klebt kein Krümelchen an meinen Lippen“, es wird bedächtig gekaut, „langsam… essen regt die Verdauung an und führt zu einer schnelleren Sättigung“. Dabei bleibt genug Zeit, um der passenden Musik zum kulinarischen Vergnügen zu lauschen. „Das Auge isst bekanntlich mit“ schlichtet dann der andere Gedanke und ich lasse jeden essbaren Schnipsel und Soßentropfen genüsslich auf der Zunge zergehen. Die weiße Tischdecke ist mit exquisiten Blumengestecken geschmückt, Kerzenlicht lässt die polierten Gläser noch mehr glänzen. Nach 15 Minuten ist mein Teller leer und ich fange an zu rechnen „Zutaten kaufen 1/2 Std. , zubereiten 45 Min. , drapieren 10 Min., Tisch herrichten 20 Min., servieren 5 Min. macht fast 2 Std, ui! Und spülen brauche ich heute auch nicht!“

Die Reise durch die Geschmacksvielfalt geht mit einem Gefühl der Leichtigkeit zu Ende, das Restaurant kann ohne Kneifen im Bauch verlassen werden, aber auch das Portemonnai ist um einiges leichter geworden, „Kunst an der Wand hat ja auch ihren Preis – Aber morgen, da gehen wir mal wieder so richtig gute Pommes mit Mayo essen, wa?“

Übergestülpt

Veränderung gewünscht, aber wie?

Die Elsassstraße in Aachen hat in den letzten Jahren an Attraktivität verloren, viele Läden stehen leer und die bewohnten Läden entsprechen nicht dem neuesten Schick.

Da hat die Stadt eine Idee: Wir holen Aachener Designer an Bord und lassen diese in einem Wettbewerb die Schaufenster neu gestalten. Yeah. Eine Jury entscheidet, welche Ideen umgesetzt werden dürfen, es wird ausgelost, welcher Designer in welchem Schaufenster wüten darf. Die Ladenbesitzer schauen gespannt zu und je fertiger die Schaufenster werden, umso weniger gefällt ihnen, was sie sehen: Die Schaufenster entsprechen nun dem Kunst- oder Designstandard – ausgefallen, stylisch, mit Konzept. Einen Monat lang spazieren Kunstinteressierte durch die Straße wie durch ein Museum. Dann werden die Schaufenster von dem „befremdlichen Quatsch“ befreit und endlich können die Ladenbesitzer ihre Fenster wieder mit Blumenvasen, Gardinen und anderen kleinen Dekoobjekten zustellen.

Bei diesem Projekt wird eines deutlich: Durch die mangelnde Partizipation der Ladenbesitzer wurden die neuen Gestaltungsvorschläge nicht angenommen. Die Stadt hat versucht, die Straße durch eine Maßnahme von oben übergestülpt zu verschönern. Die Designer haben der Jury der Stadt ihre Ideen präsentiert und nicht mit den Ladenbesitzern gemeinsam entwickelt. Gerade bei einem so sensiblen Thema, wie Veränderung und Gestaltung, ist es wichtig den Kunden mit ins Boot zu holen und bei der Entwicklung der Konzepte miteinzubeziehen.

In diesem Projekt ist viel Energie verpufft und letztendlich sieht die Straße genauso aus, wie vor dem Projekt.