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Leerstand

Vor 4 Jahren startete in Aachen das Projekt Creative Drive im Werk 52 in der Jülicher Straße. Toll endlich mal eine Plattform, auf der in Kunst, Design und anderen Disziplinen erlerntes kreatives Handwerk eine Anwendung fand. Was für ein Adrenalinschub, einer voll etablierten Software Firma eine komplette Außendarstellung auf den Leib zu schneidern, inklusive innovativer Partizipationskonzepte für die Mitarbeiter. Die Welt schrie nach kreativen Lösungen für die logisch nicht mehr lösbaren Probleme. Leider bekamen wir den Auftrag für unser Corporate Design nicht, dafür aber gleich den Bundestitel Kreativpilot für eben jenes Design Konzept. In der Folge erhielten wir gewaltigen Input und Inspiration in geförderten Workshops, um das Profil und den Marktauftritt von C/O5 zu schärfen. Unser interdisziplinäres Team entwickelte weiter partizipative Techniken. Richtig stolz sind wir auf die Entwicklung unseres Anfühltrainings. Wir sind sicher, dass wir diesen Begriff, den Word zur Zeit noch als Fehler rot unterstreicht, in einem zukünftigen partizipativen Projekt wiederfinden. Mit dem Projektnamen „Bau dir deine Bank“ 50 Bänke im öffentlichen Stadtraum, hatten wir bereits diese schöne Erfahrung gemacht. Ja, wir meinen es durchaus ernst. Das Problem von Leerständen in Ihren Häusern sollten die Hausbesitzer lösen. Aber wahrscheinlich liegt das Problem eher in unserer romantischen Vorstellung. Wir überlegen die Auslobung eines Preises. An die beste Idylleninszenierung eines leerstehenden Ladenlokals vergeben wir den Titel „Tante Emma“, eine Kanne Milch (nicht haltbar) und ein viertel Pfund Bohnenkaffee (unverkapselt)
War der Wunsch nach kreativen Lösungen im logisch kausalen Kontext nur ein Hype, und was sagt Roland Berger dazu?

werk52

Im Winterquartier

Von März bis November 2014 stand der Mobile Garten an einer Straßenkreuzung im Nord Viertel von Aachen. Als gefördertes Projekt zur Stadtmöblierung war der Mobile Garten analoge Spielfläche geübter Nachbarschaftlichkeit für eine Gartensaison. Trotz Urban Gardening ist Unkraut Jäten nicht jedermanns Sache, so haben wir unsere Spielfläche mit verschiedenen Aktionen erweitert. Mit Marmelade- und Suppe Kochen, Pflanzsäcke Nähen und Betonkübel Gießen, philosophischen und musikalischen Vorträgen konnten wir so manche Talente und Neigungen wecken. Mit unseren 40 Aktiven entstanden einige schöne Bilder sichtbarer Beteiligung an der Gestaltung des öffentlichen Raumes.

Inzwischen ist der Mobile Garten im Winterquartier angekommen und bereit für weitere Einsätze.

Auf der „Creative Couch“ in Köln

Zu der Frage wie eine Idee entsteht, gibt es zahlreiche Haltungen und Techniken:  Manche Menschen legen sich vor einen Steinhaufen und warten auf die göttliche Eingebung. Andere Menschen gehen dazu in ihren Garten und sind überzeugt, dass die Beobachtung fremden Wachstums Gleiches in Kopf und Herz bewirkt. Einige halten diesen Prozess für sehr intim und schützen ihn vor Licht und fremden Blicken. Andere entdecken, dass sie für diese Einsamkeit nicht geboren sind. Sie beschließen, mit anderen Einsamen die Beobachtung und Unterstützung fremden Wachstums zu teilen. Dabei wird geredet und ausgetauscht, so dass manch zarte Idee hilfreiche Korrektur und Erweiterung erfährt. So entsteht Urban Gardening. c/o5 hat dazu ein eigenes Projekt entwickelt: „der mobile Garten“ , ein grüner Würfel im öffentlichen Raum. In diesem und an diesem kann so manches wachsen: Pflanzen, Ideen, Nachbarschaftlichkeit. Vorgestellt zu letzt auf der  „Creative Couch“, der ersten Netzwerkveranstaltung des Wertheim in Köln am 18.1.2014. Zu hören waren 5 Vorträge aus den kreativen Nischen der Welt. Auch hier wurden Orte vorgestellt, an denen sich Ideen entwickeln können: die Ausstellung in der Kachelsterilen Umgebung eines verlassenen Krankenhaus (antiform), der schwarze Bildschirm einer fehlerhaften Powerpoint Folie (Geheimpunkt), die Notenlinien einer Jazz Komposition (Creative Companion) oder der virtuelle Raum einer Zusammenarbeit im WWW(Allthatiwant). Um alle diese Ideen weiter zu verfolgen, umzusetzen und abzurechnen bietet das Wertheim demnächst inspirierende Räume als Business Center in der Kölner Innenstadt an.

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Die BiographieBox

SchriftzugAm Ende eines langen Lebens bleibt manchmal nicht mehr übrig als in ein schmales Büchlein oder in eine Schachtel hineinpasst: Die Fotos von den Kindern, vom Elternhaus, von den besten Freundinnnen oder von den Kollegen, die von einem langen beruflichen Werdegang berichten. Oder das eiserne Kreuz, das Sportabzeichen aus den Kindertagen, die Hotelquittung aus dem ersten Italienurlaub.
Damit auch diese  Erinnerungen nicht verloren gehen, haben wir nach einer passenden Aufbewahrung gesucht. Herausgekommen ist diese Holzkiste, die mit einem Album verschlossen werden kann. Wir nennen diese Kiste „habundgut„.
Sie ist in enger Zusammenarbeit mit der Ambulanz des Alexianerkrankenhauses in Aachen entstanden, die sich täglich in der Versorgung von demenziell erkrankten Menschen darum bemühen, dass die Zeugnisse des langen Lebens ihrer Patienten erhalten bleiben.
In der Kiste ist Platz für manche Erinnerungsstücke, und das Buch mit farbigen Kartoneinlagen kann individuell mit Fotos und Dokumenten gefüllt werden.
Es kann nicht das Ziel sein, hier das komplette Abbild eines langen Lebens zu bewahren, aber die gesammelten Bruchstücke können zu einem besonderen Erlebnis von Nähe zu einem fremden oder fremdgewordenen Menschen führen.
Zurzeit sind wir auf der Suche nach Sponsoren für die Produktion der ersten Auflage. Bei Interesse melden Sie sich bei uns!a b

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist das Wortgetüm, das im Moment in keinem Papier zu sozialen Fragen fehlen darf. Es beschreibt den Umstand, dass wir durch das, was wir tun, eine Wirkung erfahren. Beispiel: Wir bauen uns einen Stuhl aus Holz. Nachdem der Stuhl fertig geworden ist, holen wir uns ein Bier, setzen uns auf den Stuhl und erfahren nun, wie schön es ist, auf einem Stuhl zu sitzen, den wir selber gebaut haben. Wir können dieses Gefühl noch vergrößern: wir bauen 6 Stühle. Am Ende laden wir 5 Freunde ein, trinken gemeinsam ein Bier und erhalten, wenn es gut läuft, anerkennende Kommentare von unseren Freunden. Unser Arbeitsalltag sieht häufig anders aus. Auch wenn wir alle Tasten der Tastatur gedrückt und die Maus heftig bewegt haben, steht am Ende des Arbeitstages nur selten ein sichtbares Ergebnis.
Bei unserem Bankbauprojekt haben wir bei unseren Teilnehmern großes Interesse gespürt, etwas zu tun, etwas zu gestalten, etwas in Händen zu halten.
Unsere 100 Bankbauer waren einfach stolz, wenn sie nach drei Stunden mit dem selbstgebauten Möbel die Werkstatt verließen. Menschen, die nicht an dem Bankprojekt teilnehmen konnten, möchten wir die Möglichkeit geben, ähnliches zu erleben. In Janas Onlineshop Lieselund bieten wir in Zukunft Bausätze und Bauanleitungen an. Hier können Sie bereits die Bauanleitung unserer Aachen Nord Bank herunterladen, oder einen Bausatz für eine Wanduhr aus einer alten Schallplatte bestellen. Unser Ziel ist es, dass Sie in jeder Bauanleitung eine handwerkliche Technik erfahren und in jedem Bausatz ein besonders Werkzeug erwerben. Am Ende brauchen Sie wegen Ihrer Einrichtung in kein Möbelhaus mehr fahren- außer Sie möchten mal wieder Kötbullars essen. Das Rezept dazu finden Sie aber auch hier.Unbenannt-1

Bankumzug

Unser Stadtmöblierungsprojekt ist nächste Woche zu Ende. Mehr als 100 Menschen aus Aachen Nord waren beteiligt. Wir wisssen natürlich nicht, wieviel weitere Menschen auf den Bänken Platz genommen, die schöne Aussicht bewundert haben, ins Träumen geraten oder mit anderen Träumern ins Gespräch gekommen sind. Manche Bänke stehen an Orten, die wir selber gar nicht kannten. Wer weiß schon, dass nur 100 Meter von der Jülicher Straße, wo die Industrieelefanten das Bild bestimmen, die Wurm durch Wiesen und Gärten fließt. Man könnte auf die Idee kommen, ein paar festinstallierte Parkbänke würden das Bild von Schloß und Bach und Feld perfekt machen. Möglicherweise sind aber nicht alle mit dieser Idylle einverstanden. 2 Bänke aus dieser Grünzone haben wir leider verloren. Ob das frisch installierte Krokodil aus dem Dschungelcamp (der neue Spielplatz im Wiesental) beteiligt war, konnten wir nicht feststellen. Ansonsten hatte nur die Bank vor dem Ludwigforum eine kurze Lebensdauer. Dabei ging es hier nicht um die Störung des Kunstbetriebes. Viele andere Bänke fanden wir meist gut besetzt vor. Hier hat uns der Wunsch erreicht, die durch die Bänke wahrgenommenen Treffpunkte weiter zu erhalten. Wir überlegen zur Zeit, ob es dazu eine Folgeprojekt geben kann. Schreiben Sie uns, wenn Sie konkrete Ideen für geeignete Standorte in Aachen Nord haben. Ab der nächsten Woche werden Sie die Bänke in den privaten Gärten und Hinterhöfen der Bankbauer wiederfinden, wenn Sie Gelegenheit hatten, diese kennenzulernen. Der Vertrag mit der Stadt Aachen zur Aufstellung im öffentlichen Raum endet zum 1.8.2013.

Bankrundgang am 21.6.

10 Tage vor dem Umzug der ersten 25 Bänke in private Gärten und Hinterhöfe zeigen wir die Orte, die unsere Bankbauer für ihre Bänke in Aachen Nord gewählt haben.

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Einen Ort mit Weitsicht bevorzugte Frau H. Bank Nr 36
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eine Wanderbank haben wir gefunden: Nr 38 von den Herren J. und C. Im Bild zu sehen in der Spielbank Varianten Aufstellung
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Für Pragmatismus hat sich Familie H. entschieden: eine Bushaltestelle braucht eine Bank Nr 25!

Wir haben nicht alle Bänke gefunden oder vielleicht auch übersehen. Wir würden uns freuen wenn Sie uns Nachricht geben, wo wir Ihre Bank finden können: info@co5.eu oder Tel 01794503501. Bank Nr 13 wurde als vermisst gemeldet. Hat sie jemand gefunden? Alle Fotos von den Bänken finden Sie  auf:
http://www.kunstprojektemitokg.wordpress.com

Eindrücke der ersten beiden Bankbautage

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1. Teil der Stadtmöblierung abgeschlossen.
In kleinen Teams beteiligten sich am Wochenende 50 Bewohner aus Aachen Nord an dem Bankbau-Projekt von c/o5. Alle Teilnehmer waren wild entschlossen, Hand anzulegen und  mit sebstgebauten Bänken ihrem Stadteil neue Perspektiven zu vermitteln. Der Fotoredakteur der AN hatte große Mühe, die Blicke unserer Bankbauer in seine Kamera zu lenken: Das Schleifen der Sitzflächen, das Fügen von Zargen und Beinen, das Eindrehen der Schrauben erforderte hohe Konzentration. Die Teams hatten sich für die ersten 2 Monate einen Aufstellungsort in Aachen Nord überlegt. Alle diese Ort sollen Gelegenheiten geben, neue Beziehungen zu knüpfen, Pläne zu schmieden oder ganz einfach das Viertel noch einmal anders ins Blickfeld zu rücken. 50 Bänke in Aachen Nord schaffen Gemeinschaft und stiften Identität- beste Vorraussetzungen für neue Impulse der Veränderungen in diesem interessanten Stadtteil.
c/o5 hat dieses Beteiligungsprojekt im Rahmen des Programms Soziale Stadt NRW entwickelt. Die Finanzierung  erfolgt aus dem öffentlich geförderten Verfügungsfond „Aachen Nord“ .

Am 31.5. und 1.6. gibt es noch einmal die Möglichkeit, am 2. Teil der Aktion teilzunehmen. Ein paar Bankbaubohlen sind noch frei.
Anmeldung über info@co5.eu
oder Telefon 01794503501

mit ℅5 arbeiten

Was passiert wenn Sie sich von ℅5 beraten lassen?

Intention und Motivation
-wir fragen nach Ihrer unternehmerischen und persönlichen Zielsetzung

Marktbeobachtung
-wir erstellen mit qualitativen Umfragen neue Zielgruppenprofile

interdisziplinär
-wir untersuchen ihre betriebliche Situation aus einer breiten Perspektive

Kontext
-wir bilden neue Zusammenhänge  zu verwandten Themen und Branchen

neue Netzwerke
-wir binden Menschen und Meinungen in den Beratungsprozess ein

Anfühltraining
-wir entwicklen Maßnahmen, in denen mögliche Veränderung anfühlbar werden

Produktverbundenheit
-wir bieten Ihnen einen wertvollen Blick auf ihr Produkt und Ihre Leistung

Umsetzung
-wir klären mit Ihnen leistbare Veränderungen

Vision
-wir formulieren mit Ihnen neue Zielsetzungen und Visionen

Bankprojekt angenommen

Im Rahmen der Sozialen Stadtentwicklung
tagte am 29.08.12 die Lenkungsgruppe, verantwortliches Gremium für Handlungskonzept, Vernetzung und die Behandlung aller Projektanträge für Aachen Nord. Das von c/o5 entwickelte Projekt,
Bau Dir Deine Bank- Stadtmöblierung für Aachen Nord
wurde ohne Gegenstimme angenommen.
Das Projekt des Verfügungsfonds Aachen Nord im Rahmen von Soziale Stadt NRW, gefördert durch die Stadt Aachen und unterstützt vom Stadtteilbüro Aachen Nord ermöglicht Menschen, gesellschaftliches Leben unmittelbar und praktisch neu zu erfahren. Hier geht es um das Erleben des ursprünglichen Gesellschaftlichen Systems:
Gemeinschaftliches Engagement führt zu einem individuellen Zugewinn.
Aachener Bürger sind eingeladen, eine Bank zu bauen.
Hierfür stehen bereit, Holz und Werkzeug und fachliche Anleitung.
Vereinbart wird: jede Bank erhält in Wohnnähe ihrer Erbauer einen Aufstellungsplatz in der Öffentlichkeit. So werden ca 50 Bänke ein sichtbares Zeichen für den Beginn von Veränderungen im Stadteil, so werden 50 Bänke neue Orte der Begegnung, des Austausches und der Reflektion. Nach 2 Monate wechseln die Bänke vom öffentlichen
zum privaten Raum und beleben Hinterhöfe, Gärten und Garagenplätze.
Glücklicherweise waren der Mut der Stadt Aachen größer als haftungsrechtliche Bedenken. Es konnte eine vertragliche Konstruktion gefunden werden, die für eine sichere rechtliche Grundlage des Projektes sorgt. Darüber ist es Herbst geworden. Wir starten deshalb mit der Aktion im nächsten Frühjahr. Wir hoffen, dass wir dann an erste Aktivitäten wir z.B. den Chill Out Bus anschließen können.
Wir werden unsere Bank-Bautage rechtzeitig bekanntgeben.