Bankprojekt angenommen

Im Rahmen der Sozialen Stadtentwicklung
tagte am 29.08.12 die Lenkungsgruppe, verantwortliches Gremium für Handlungskonzept, Vernetzung und die Behandlung aller Projektanträge für Aachen Nord. Das von c/o5 entwickelte Projekt,
Bau Dir Deine Bank- Stadtmöblierung für Aachen Nord
wurde ohne Gegenstimme angenommen.
Das Projekt des Verfügungsfonds Aachen Nord im Rahmen von Soziale Stadt NRW, gefördert durch die Stadt Aachen und unterstützt vom Stadtteilbüro Aachen Nord ermöglicht Menschen, gesellschaftliches Leben unmittelbar und praktisch neu zu erfahren. Hier geht es um das Erleben des ursprünglichen Gesellschaftlichen Systems:
Gemeinschaftliches Engagement führt zu einem individuellen Zugewinn.
Aachener Bürger sind eingeladen, eine Bank zu bauen.
Hierfür stehen bereit, Holz und Werkzeug und fachliche Anleitung.
Vereinbart wird: jede Bank erhält in Wohnnähe ihrer Erbauer einen Aufstellungsplatz in der Öffentlichkeit. So werden ca 50 Bänke ein sichtbares Zeichen für den Beginn von Veränderungen im Stadteil, so werden 50 Bänke neue Orte der Begegnung, des Austausches und der Reflektion. Nach 2 Monate wechseln die Bänke vom öffentlichen
zum privaten Raum und beleben Hinterhöfe, Gärten und Garagenplätze.
Glücklicherweise waren der Mut der Stadt Aachen größer als haftungsrechtliche Bedenken. Es konnte eine vertragliche Konstruktion gefunden werden, die für eine sichere rechtliche Grundlage des Projektes sorgt. Darüber ist es Herbst geworden. Wir starten deshalb mit der Aktion im nächsten Frühjahr. Wir hoffen, dass wir dann an erste Aktivitäten wir z.B. den Chill Out Bus anschließen können.
Wir werden unsere Bank-Bautage rechtzeitig bekanntgeben.

Partizipation in der Stadtentwicklung

c/o5 plant neues Projekt zur Stadtmöblierung in Aachen Nord

Heutige Generationen haben eine vorher nie da gewesene Fülle an Möglichkeiten. Beruf, Familienstand, Wohnort – alle wichtigen Parameter sind in hohem Maße frei wählbar. Diese Freiheiten verlangen aber auch Disziplin. Denn wer sich heute nicht bewusst für sein eigenes Leben entscheidet, fällt redensartlich zwischen Stuhl und Bank. Am Ende wird für ihn entschieden.

Wir entscheiden uns gegen den Stuhl und für die Bank. Denn eine Bank ist ein Sitzmöbel, das mehreren Personen Platz bietet. Auf einer Bank kann man gemeinsame Pläne schmieden, beobachten, sich verlieben. Denn was fehlt in Aachen Nord sind Orte an denen Öffentlichkeit positiv erlebbar ist. Öffentliches Leben heißt teilnehmen, sich verhalten, organsieren. Wir wollen mit den Bewohnern des Aachener Nordens gemeinsam Bänke bauen und dadurch Perspektiven aufzeigen, die so realistisch sind, dass sie gepackt werden.

Partizipation im Marketing

Natürlich können wir erneut den Konsumenten fragen, unter welchen Bedingungen würden Sie sich für Produkt xy entscheiden? Man kann aber auch Menschen direkt am Ideenprozess beteiligen.
℅5 verfolgt diesen Weg und hat im Auftrag einer Fischzucht das erste Aachener Anfühltraining durchgeführt.
20 Gäste aus verschiedenen beruflichen und privaten Hintergründen wurden zu einem 3-Gänge-Menü geladen. Jeder Gang verfolgte in der Form der Zubereitung und Inszenierung eine Marketingstrategie zum Thema Forelle.

Zwischen den Gängen wurden den Gäste Aufgaben gestellt, die sie allein oder in Zweierteams lösten: -Die Seilgrafik, eines unserer Werkzeuge zur kreativen Auseinandersetzung mit den Zukunftsthemen, schafft eine sichtbare Grundlage zur Erfassung eines Meinungsbildes und führt direkt in die Kommunikation über Aussage und Wirkung unter den Teilnehmern.
Für unser Forellenthema erhielt jeder Gast zwei farbige Garnrollen, mit denen er auf einer Holztafel  innerhalb vorgegebener Kriterien seine individuelle Strategie als Verkäufer entwickelte – in blau, und in der Rolle des Käufer die erste Kurve mit rot überschrieb. Dadurch gelang eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Eine abschließende Bewertung des Abends und der von ℅5 inszenierten Trendthemen fand in Zweierteams auf Stimmbrettern statt. Die Auswertung des Abends gibt Aufschluss geben über die zukünftige Marketingstrategie des Unternehmens.

℅5 schafft so einen Raum, in dem mögliche Strategien greifbar und sichtbar kommuniziert und dokumentiert werden und Teilnehmern eine aktive Position im Prozess ermöglicht.

Es war ein Abend für die Sinne und ganz im Sinne unseres Kunden, denn trotz Marketing und Aufgaben kamen Freude und Genuss nicht zu kurz!

Das Anfühltraining 3

Gegrillte Forelle

Eine Studie besagt, dass die Deutschen am liebsten Fisch in stäbchenform essen, jedes Jahr 30.000 Tonnen. Kinder wachsen mit quadratischen Fischen auf ihren Tellern auf. Damit werden sie schon früh von natürlichen Lebensmitteln entfremdet. Doch unseren Jungs wird es langweilig am Tisch. „Ich will ganzen Fisch, am besten gegrillt!“, sagt Jan.

Endlich ist er nicht mehr dem Köcheln seiner Mutter ausgesetzt, sondern kann selber kochen und entscheiden, was auf den Teller kommt.

In seiner Küche wird gehackt, gewetzt und mit ganzem Körpereinsatz gewendet, ganze Tiere mit Knochen, ganze Fische mit Gräten, ohne viel Gedöns wird aufgetischt. Hauptsache gut gewürzt, ganzer Pfeffer – frisch gemahlen. Ein Mann ein Herd. Nicht irgendeiner, ein Gasherd. Die megascharfen Messer, sein Heiligtum. Schnell muss es gehen, die Spaghettipackung wird auf den Tisch geknallt, sie platzt auf, zack ins heiße Wasser rein. Die Tomaten werden mit dem Messer in sekundenschnelle, haarscharf an den Fingerkuppen vorbei, zerkleinert. No risk, no fun! Nach getaner Arbeit ist gut ruhn – die Küche gleicht einem Abenteuerspielplatz. Aber das ist ja kein Problem, denn morgen wird die Beute in der Natur gegrillt. Selbst geangelte Forelle. Beim Grillen kann Jan seine Urinstikte so richtig gut ausleben. Als Kontrast zu Feuer und Flamme das kalte Getränk – zzzzzzsch.

Das Anfühltraining 2

Ein Besuch beim Sternekoch

Erwartet wird von den kleinen Geschmacksknospen meiner Zunge so einiges: „…….Geschmacksexplosion…..fein abgestimmte und neuartige Kompositionen…….schmackhafte Gebilde aus einer Vielzahl von besten Zutaten…….spannende Konsistenzen und feinste Kräuter…….edelstes Tröpfchen Wein….“

„Darf es noch etwas mehr sein?“ fragt mein Bauch, als die kunstvoll und aufwendig drapierten Leckerbissen auf weißem Porzellan serviert werden. Mit dem passenden, polierten Besteck schiebe ich ein kleines Häppchen in den Mund, der obligatorische Griff zur gestärkten Stoff-Serviette, „hoffentlich klebt kein Krümelchen an meinen Lippen“, es wird bedächtig gekaut, „langsam… essen regt die Verdauung an und führt zu einer schnelleren Sättigung“. Dabei bleibt genug Zeit, um der passenden Musik zum kulinarischen Vergnügen zu lauschen. „Das Auge isst bekanntlich mit“ schlichtet dann der andere Gedanke und ich lasse jeden essbaren Schnipsel und Soßentropfen genüsslich auf der Zunge zergehen. Die weiße Tischdecke ist mit exquisiten Blumengestecken geschmückt, Kerzenlicht lässt die polierten Gläser noch mehr glänzen. Nach 15 Minuten ist mein Teller leer und ich fange an zu rechnen „Zutaten kaufen 1/2 Std. , zubereiten 45 Min. , drapieren 10 Min., Tisch herrichten 20 Min., servieren 5 Min. macht fast 2 Std, ui! Und spülen brauche ich heute auch nicht!“

Die Reise durch die Geschmacksvielfalt geht mit einem Gefühl der Leichtigkeit zu Ende, das Restaurant kann ohne Kneifen im Bauch verlassen werden, aber auch das Portemonnai ist um einiges leichter geworden, „Kunst an der Wand hat ja auch ihren Preis – Aber morgen, da gehen wir mal wieder so richtig gute Pommes mit Mayo essen, wa?“

Das Anfühltraining 1

Non ho l’età, non ho l’età per amarti

Gigliola Cinquetti 1964

Grand Prix Eurovision de la Chanson

Falls Sie leider nicht an unserem Training teilnehmen können haben Sie hier auf unserem blog die Möglichkeit, unsere 2. Maßnahme zum Thema „Ist die Forelle zukunftsfähig?“ zu verfolgen.
Forellenessen mit 20 Gästen. 2 Gang: Die Inszenierung,
No ho l´età  per amarti“- Ich bin nicht alt genug, dich zu lieben.

Noch nie ein Lied von  Gioglia Cinquetti gehört?
Dann sind sie wahrscheinlich zu jung für diesen Text. Gioglia Cinquetti ist blutjung – so nennt man das – als sie 1964 die  Bühne des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ betritt  und für Italien den Titel „no ho l´età“ singt. Ein Schlager, der wirklich alles hat, um diesen Preis zu gewinnen: Eine Melodie, eine Idee, ein Arrangement und eine Sängerin, die Millionen Zuschauer an dem intimsten Momenten ihres Lebens teilhaben lässt. Zuletzt hatten wir dieses großgemeinschaftliche Erlebnis mit Frau Meyer – Landrut, der wir einen ergreifenden Moment lang tief in die ungeschützte Seele schauen durften.
Merken Sie es, es geht um große Gefühle: bunt, schrill,  Herz, Schmerz. Tun wir noch eine Schippe drauf- also Gioglia Cinquetti hat diese ehrlichste, klarste Sopranstimme der Welt und Rafaelo Siegelli hat ihr einen Text in den Mund gelegt – gewissermaßen den Subtext ihres eigenen Bildes. Das ist große Kunst oder zumindest perfekte Inszenierung. Aber bevor sie die auflösenden Worte „per amarti“ singt, hat der Arangeur auch noch diese Spannung, dieses kurze Vakuum an Kraft, Härte, Tiefe mit einem sicheren Griff in die Gefühlstrickkiste musikalisch gelöst. Wie mag er diesen Beat, diesen Kontrapunkt, dieses Geräusch erzeugt haben: ein Trockenes Klatschen, ein ganz tiefer Bass, schwärzer als die Kotteleten von Berlusconi. Technisch ein frühzeitiger Griff auf die digitale Generierung eines Klanges, formal der großmöglichste Spannungsbogen. Ob es sich in diesem Lied tatsächlich um opernfähige Realitäten handelt, die die Nennung dieser Person rechtfertigte, oder ob es in dem Lied um die höheren Sphären der Liebe geht, werden wir erst wissen, wenn uns die komplette Übersetzung des Liedes vorliegt. Herr Farinola vom Restorante Toscana aus Aachen, wird uns dabei sicherlich behilflich sein. Er kocht für uns den 2. Gang „Forelle al Lemone Verde“. Wir bereiten den angemessenen Rahmen.
Herr Berlusconi hat für diesen Abend leider abgesagt, da er sich auf Grund der politischen Ereignisse nun doch verpflichtet fühlt, einer älteren Einladung Carlas und Nicolas nach Paris zu folgen- wir haben vollstes Verständnis.

Die Umfrage

Was macht eigentlich die Deutsche Postbank, wenn Sie Ihre Serviceleistung verbessern will?
eine Umfrage:
Zurzeit möchte sie wissen, unter welchen Bedingungen ihre Kunden einen Kontokorrentkredit abschließen möchten. Dazu beauftragt sie ein Institut, das alle technischen und psychologischen Tricks aufwendet, um sich mit dieser Fragestellung bestehenden Geschäftskunden zu nähern. Das geht so vor sich:
Der befragte Geschäftskunde, Herr B., sitzt am Rechner und schaut auf seinem Bildschirm einem Geister-Cursor zu, der nicht von ihm, sondern von der freundlichen Stimme bedient wird, die Herrn B. am Telefon durch ca. 30 Folien der Befragung führt. Auf jeder dieser Folien werden mehrere Angebote bekannter Bankinstitute zum Vergleich dargestellt. Herr B. wählt aus, der Geister-Cursor kreuzt an.
Das ist sehr komfortabel. Auf Folie 1 entscheidet sich Herr B. spontan für das Angebot der S.-Kasse.
Auf Folie 2 ist Herr B. kurz abgelenkt von dem Gedanken, diese gelungene Mischung aus Technik und persönlicher Ansprache im eigenen Geschäft anzuwenden-die Unterscheidung der Bank Angebote gelingt ihm nur mit Mühe.
Folie 3 führt bei Herrn B. zu einer leichten Verärgerung, da er feststellen muss, auch als Geschäftsmann wenig Kenntnisse über Besicherung, Überziehungsprovisionen, Bereitstellungsgebühren und Sollzinsen zu besitzen.
Bei Folie 4 entscheidet sich Herr B., im nächsten Leben richtiger Geschäftsmann zu werden mit einer eigenen Abteilung für Kontokorrentkredite.
Auf Folie 5 gerät die Verärgerung zur Frustration, da Herr B feststellt, Zinssatz des Institutes D auf Folie 3 nicht mehr erinnern zu können.
Bei Folie 6 wagt Herr B eine Frage auf der Metaebene. Die freundliche Stimme kontert dieses Ausweichmanöver mit einem geschmeidigen Rückzug auf die Kernfragen. Herr B. entscheidet sich auf Folie 7 zur Beauftragung der Markierung der Antworten, die am weitesten auseinanderstehen.
Bei Folie 8 nimmt Herr B ein leichtes Rucken des Cursors wahr, d.h. Anhalten und erneutes Ansetzen bis das Antwortfeld auf der Folie rechts oben erreicht ist. Da sich dieses Bewegungsmuster des Cursors bei der nächsten Folie wiederholt, folgert Herr B. daraus, dass sich an dieser Stelle auf dem Arbeitstisch der freundlichen Stimme die Jumbo Kaffeetasse befindet. Die Stimmung von Herrn. B hellt auf. Auf Antwortfeld Mitte/Links verortet er bei Folie 11 den Locher, bei Folie 15 ist er sicher, den Bilderrahmen mit Foto von Ehefrau und Kindern entdeckt zu haben. Unten rechts muss es Schwierigkeiten mit der Reichweite des Mauskabels geben, das Mousepad der freundlichen Stimme erscheint bei Folie 23 nicht wie gewöhnlich rechteckig, sondern eher in der Form eines Kuschelbärs oder eines Bierhumpens -möglicherweise blau-weiß gemustert- geschnitten zu sein. Er ergänzt später die Reste einer Brezel Oben/Mitte und ist bei Folie 29 sehr glücklich, ein perfektes Soziogramm der freundlichen Stimme vorliegen zu haben.
Bei der herzlichen Verabschiedung und der digitalen Überreichung eines Amazon Gutscheines findet man noch zu einer kurzen Übereinstimmung: Gerhard Polt und die Biermösl Blosn gehören
zu den besten Kabarettisten.

Im Rahmen ihrer Befragung zur Zukunftsfähigkeit eines landwirtschaftlichen Produktes hat sich c/o5 entschieden, grundsätzlich hell-rosa Oberteile zu tragen. Bei Frage 13 geht es darum,  welche Farbe der Befragte für das Produkt als geeignet empfindet. 60% der Befragten haben sich bisher für blau entschieden. Die Befragung von c/o5 findet persönlich statt.

Effectuation

Neulich begegnete ich wieder Steve Jobs. Er schaute aus einem Power Point Vortrag auf ein schmales Publikum, das gekommen war, um für die eigene beraterische Tätigkeit neuen Input zu erhalten. Es ging überhaupt nicht um Steve Jobs, sondern um eine neue unternehmerische Methodik: Effectuation. Trotzdem unterstützte uns sein Bild in dem Glauben, am Erfolg beteiligt zu werden, wenn wir dieser Methodik folgen. Das Thema Effectuation reiht sich in eine untersuchende Haltung, die nach Jahren heldenhaften Unternehmertums Konzepte beobachtet, die ebenso erfolgreich, aber anders zum Ziel führen: spielerisch, kleinschrittig, offen, vernetzt, kommunikativ.

Dazu ist ein Vokabular entstanden, das wahrscheinlich längst Einzug gefunden hat in die Businesspläne von Startup Firmen: das Scheitern mitdenken, leistbare Verluste, Mittelorientierung, Netzwerke, Soft Skills. Es entspann sich eine kurze Diskussion darüber, ob die dazu notwendigen menschlichen Fähigkeiten, wie Empathie und Intuition, nicht weiblich zu verorten seien.

Ich bin eigentlich kein Apple Fan, aber dieser Mensch, dessen innere Stärke aus einem schwarzen Rollkragenpullover leuchtet, löst auch in mir etwas aus. Wie kein anderer ist Steve Jobs an der Entwicklung der Werkzeuge beteiligt, die für den Effectuation-Weg notwendig sind. Allerdings fällt es mir schwer zu glauben, Steve Jobs wäre ebenfalls dieser Methodik gefolgt. Er sieht nicht aus wie ein Vertreter des postheroischen Managements. Trotzdem bleibt am Ende der Eindruck,  hier gehöre etwas zusammen – die Einsamkeit der Entscheidung und die Sensibilität für die Entwicklung unserer Welt.

In seinem Buch Karte und Gebiet beschreibt der Autor Michel Houellebecq das Bild eines Künstlers. Auf diesem Bild sind zu sehen: Steve Jobs, schwarz gekleidet, stehend und Bill Gates in Shorts, sitzend mit nervösem Wackelknie. Die Aussage des Bildes entfaltet sich über den Titel: Steve Jobs und Bill Gates teilen den It-Markt unter sich auf. Houellebecq beschreibt noch eine ganze Reihe weiterer Bilder, die auf ähnliche Weise funktionieren. Leider fehlt in seiner Reihung eine Paarung, die in Zusammenhang mit der Diskussion, ob wir uns noch im heroischen oder schon im postheroischen Zeithalter der unternehmerischer Strategie befinden, eine spielerische Note mit hineingebracht hätte. Auf diesem Bild sähe man Steve Jobs und Clint Eastwood an modernen Büroarbeitsplätzen, nebeneinander, telefonierend neben einer Reihe indisch aussehender Menschen.
Untertitel: Steve Jobs und Clint Eastwood arbeiten einen Tag lang in der Apple-Hotline in Bangalore, Indien.
Wir sind gespannt auf Strategien, die beide Haltungen miteinander verbinden.

Übergestülpt

Veränderung gewünscht, aber wie?

Die Elsassstraße in Aachen hat in den letzten Jahren an Attraktivität verloren, viele Läden stehen leer und die bewohnten Läden entsprechen nicht dem neuesten Schick.

Da hat die Stadt eine Idee: Wir holen Aachener Designer an Bord und lassen diese in einem Wettbewerb die Schaufenster neu gestalten. Yeah. Eine Jury entscheidet, welche Ideen umgesetzt werden dürfen, es wird ausgelost, welcher Designer in welchem Schaufenster wüten darf. Die Ladenbesitzer schauen gespannt zu und je fertiger die Schaufenster werden, umso weniger gefällt ihnen, was sie sehen: Die Schaufenster entsprechen nun dem Kunst- oder Designstandard – ausgefallen, stylisch, mit Konzept. Einen Monat lang spazieren Kunstinteressierte durch die Straße wie durch ein Museum. Dann werden die Schaufenster von dem „befremdlichen Quatsch“ befreit und endlich können die Ladenbesitzer ihre Fenster wieder mit Blumenvasen, Gardinen und anderen kleinen Dekoobjekten zustellen.

Bei diesem Projekt wird eines deutlich: Durch die mangelnde Partizipation der Ladenbesitzer wurden die neuen Gestaltungsvorschläge nicht angenommen. Die Stadt hat versucht, die Straße durch eine Maßnahme von oben übergestülpt zu verschönern. Die Designer haben der Jury der Stadt ihre Ideen präsentiert und nicht mit den Ladenbesitzern gemeinsam entwickelt. Gerade bei einem so sensiblen Thema, wie Veränderung und Gestaltung, ist es wichtig den Kunden mit ins Boot zu holen und bei der Entwicklung der Konzepte miteinzubeziehen.

In diesem Projekt ist viel Energie verpufft und letztendlich sieht die Straße genauso aus, wie vor dem Projekt.

Neue Tiere im Zentrum der Beratung

Ausgiebig haben wir uns in unserem ersten Projekt damit beschäftigt,
wie das Halten einer Hühnerherde im Betriebsgelände Impulse zu
Veränderungen in der Kommunikation eines Unternehmens bewirkt.
Dadurch sind uns Tiere besonders lieb geworden:
Fische stehen nun im Fokus unserer nächsten Aufgabe.
Es handelt sich nicht um den Pangasius aus Vietnam,
sondern um die Regenbogenforelle aus der Eifel.
Als Aachener sind wir besonders motiviert, diesen Fall zu lösen.
Wir arbeiten intensiv daran, mit welchen Mitteln wir in Zukunft die Dorade vom Teller der Genießer schubsen können.
Wenn sie demnächst bei einem Besuch der Eifel auf ungewöhnliche Beweisstücke einer Werbekampagne stoßen,
bringen sie das ruhig mit unserer ungewöhnlichen Arbeit in Verbindung.